Frühjahr 2000
So doof sind Pinguine gar nicht… Seit Jahrzehnten hält sich das Gerücht:
Wenn die tollpatschigen Fischvögel ein Flugzeug sehen, legen sie vor
Neugier den Kopf so tief in den Nacken, dass sie einfach umkippen.
Britische Piloten probieren’s jetzt aus und schwirren desinteressierten
Pinguinen vier Wochen lang über den Köpfen rum. Aber, siehe da: Keiner
der tierischen Frackträger verliert das Gleichgewicht!
Frühjahr 2004
Ein Notruf erreicht die Kölner Polizei: "Über die Riehler Straße läuft ein Pinguin!"
Doch die Fahndung verläuft im Sande, der Pinguin bleibt flüchtig...
August/September 2004
Wer sich im Wald verläuft, kommt auf komische Gedanken. Spinnt sich Geschichten zusammen.
Zum Beispiel eine Hörspielgeschichte über Pinguine. Aus der Zeitungsmeldung (siehe oben)
wird ein Weltuntergangs-Szenario: Tausende von Pinguinen fliehen aus den Zoos, besetzen die
Großstädte, stürzen die Regierungen... Aber wie hören sich Pinguine an? Wie stellt man Pinguine
in einem Hörspiel dar?
Des Rätsels Lösung ist – völlig überraschend – eine schöne Unbekannte im Bus von Osnabrück nach
Bad Iburg, in den wir uns flüchten, nachdem wir auf einer Wanderung durch den Teutoburger Wald
im Dauerregen komplett die Orientierung verloren haben...
November 2004
Das Manuskript, mit Dialogen und Regieanweisungen, ist fertig. Die Hauptfigur ist nun eine
Pantomimin (inspiriert von der Busbegegnung). Denn: Wer eine universelle Zeichensprache spricht,
kann sich auch mit Pinguinen verständigen. Jedenfalls wird in unserer fiktiven Geschichte auf diese
Weise der Hörer erfahren, was die Tiere gerade tun und was sie vorhaben.
An den Unis in Bonn und Köln hängen wir Zettel aus: "Sprecher für Hörspiel gesucht."
Dezember 2004
Die Hauptrollen sind besetzt. Auch einen Tontechniker und eine Regisseurin haben wir: die bewährte
Crew von "Clowns zum Frühstück". Nur eine Sprecherin für
die Rolle der Pantomimin fehlt noch! Wie spricht eine Pantomimin...? Wir spitzen sämtliche verfügbaren
Ohren, auf den Straßen, in Bus & Bahn, bei der Arbeit... Und finden so – noch ein Zufall – unsere
Traumbesetzung.
Januar 2005
Die Suche nach einem Tonstudio beginnt. Da wir ohne Rückendeckung eines etablierten Labels produzieren,
fehlt es an Geld. Oder an Zeit – denn manche Tonstudios vermieten sogar minutenweise! Das heißt: Wenn das
Budget aufgebraucht ist, wird der Stecker gezogen... Also richten wir uns mit geliehenem und gemietetem
Equipment selbst ein Tonstudio ein – kommt billiger.
Februar 2005
Beginn der Aufnahmen – in einem beschaulichen Vorort von Bonn. Im Dachgeschoss einer ruhigen Mietwohnung
wird ein Mischpult aufgestellt, digitale Aufnahmegeräte und diverse Mikros. Pech nur, dass ausgerechnet
am ersten Aufnahmetag der Karnevalszug durch diesen beschaulichen Vorort zieht! Da hilft es auch nichts,
dass sich die Nachbarn an unsere Bitte halten, sich bei ihrem sonntäglichen Streit ausnahmsweise mal nicht
anzubrüllen. Ab dem zweiten Aufnahmetag läuft aber alles glatt: Sogar der grassierenden Grippewelle trotzen
wir – mit dicken Schals und eimerweise Tee (natürlich aus Pinguintassen).
März/April 2005
Eine Hauptdarstellerin erwischt auf den letzten Drücker doch noch die Grippe. (Das kommt davon, wenn man die
Sprecher ständig mit Pinguinen zusammensteckt: Da kann man die Probenräume nicht so stark heizen – die Tiere
mögen das nicht...)
Mitte März sind alle Sprachaufnahmen im Kasten. Nun geht’s darum, die circa sechs Stunden Rohmaterial auf ein
Hörspiel von 45 Minuten einzudampfen. Zeitgleich suchen wir über einen Aushang an der Kölner Musikhochschule
einen jungen Musiker, der den Soundtrack komponiert.
Sommer 2005
Die Mischung der Sprachaufnahmen läuft. Nebenbei gehen wir mit Mikros in Wald, Badewanne und Straßenbahn,
um Geräuschkulissen einzufangen. In Köln wird die Musik aufgenommen: Jan Giffhorn, Jazz-Pianist und Absolvent
der Essener Musikhochschule, hat den Pinguinen einen wunderbaren Soundtrack komponiert. Larysa Golik, Kölner
Malerin und Illustratorin, entwirft das Cover. Nach insgesamt gut einem Jahr Arbeit warten wir gespannt auf
die Lieferung der fertigen CDs aus dem Presswerk...
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